Zuhause

ist jener Platz, an dem man sich wohl fühlt.


Es ist ein altbekannter Spruch, welches aber nach meiner Auffassung nur zum Teil richtig ist. Sie werden sicherlich fragen: 'Wieso nur zum Teil, da diese Aussage doch ihre Richtigkeit besitzt?'

Nun denn: Wo wird man sich je wohl fühlen, wenn man nicht in sich wohl fühlt?

Solange man die innere Zufriedenheit, das innere Wohlgefühl nicht spürt und besitzt, wird man auch am schönsten Ort des Planeten sich nicht wohlfühlen (können).

Oder andersherum betrachtet kann man auch an einem nicht so schönen Ort sich wohlfühlen, wenn das Wohlgefühl bereits im Inneren vorhanden ist.

Das Außen spiegelt einem zumeist das Innere eines selbst wider.

Ich war schon an vielen Orten gewesen, und jedes Mal fühlte ich mich an all den unterschiedlichen Plätzen in der Ferne wie auch in meinem Heimatland im Großen und Ganzen sehr wohl.

Dennoch spürte ich immer, dass all diese Orte nicht jenes ’Zuhause’ waren, welches ich immer suchte, zu welchem ich stets eine große Sehnsucht verspürte. Da ich auch nie wusste, wo dieses Zuhause war, war diese ’Sehnsucht’ stets mit einer gewissen melancholischen Traurigkeit verbunden.

Doch dann fand ich das Zuhause - mit einem Mal – unerwartet tauchte es vor mir auf. Besser gesagt, in mir.

Eines Tages stand ich wieder einmal an einer Bushaltestelle. Allein mit mir und meinen Gedanken. Plötzlich überkam  mich ein wohlig warmer Schauer von oben durch den Scheitel meines Kopfes, welcher sich dann langsam und sanft durch alle Fasern meines Körpers hinunter glitt. Ich stand regungslos da, und die einzigen Aktivitäten, die von meinem Körper ausgingen, waren die Tränen, welche meinen Wangen hinab liefen, und der Kampf der Härchen um einen Stehplatz.

Es war ein kurzer Moment – fünfzehn, zwanzig Sekunden – die jedoch ausreichten, dass ich mein Zuhause fand.

Das wahre Zuhause befindet sich in der Seele, welche ihren Gemütszustand in körperliche Gefühle (und auch auf andere Weise) zum Ausdruck bringt. Man sagt auch, dass das Zuhause im Herzen sitzt. Beides stimmt, denn es ist die Seele, die sich bemerkbar macht.

Und mir zeigte die Seele an jenem Tag ebenso das Zuhause auf: Bei Gott. Das war für mich eine intuitive Gewissheit. Dann wurde mir auch alsbald bewusst, woher meine Sehnsucht herrührte: Von dem Wunsch, zurückkehren zu wollen.

Heute ist der Wunsch zwar immer noch da, aber die Sehnsucht ist so gut wie fort, denn ich weiß, dass ich eines Tages ankommen werde - auch wenn der Marsch dorthin noch lange andauern kann.

Und mit diesem Gefühl im Innern hat die Suche nach dem Zuhause ihr Ende gefunden. Und egal wo ich bin - in welcher Stadt, in welcher Region, in welchem Land ich auch verweile - mein Zuhause ist stets mit dabei....

...und es fällt mir leichter, mich überall wohl zu fühlen.

Ihr Dukania Mauria

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